Sunshine Schulkinder in Save Haven
Auf diesen Seiten möchte ich mit euch in Verbindung sein während meines Aufenthalts in Kakuma. Unter News und Erfahrungen berichte ich monatlich ueber meinen Einsatz und einige Erfahrungen im Fluechtlingslager. Ich freue mich sehr, wenn ich von Euch ab und an ein Zeichen der Verbundenheit erhalte. Nach Monaten der Vorbereitung bei der Jesuit Mission Volunteers Organisation in Nuernberg bin ich seit Anfang Juli 2011 in Kakuma. Bereits vor 45 Jahren war ich für einige Zeit in Ostafrika, mit einem Forschungsteam von Soziologen, heute kehre ich zurück inspiriert von dem Wunsch, den Fluechtlingen und Verfolgten in Afrika meine Solidarität zu bezeugen. Meinen Freiwilligendienst habe ich offenen Herzens angetreten, Im Fluechtlingslager arbeite ich als Therapeutin mit den Alternative Healers und den Counselors im psycho-sozialen Programm.
Ich glaube, dass es gut ist! war meine spontane Antwort, als ich kürzlich nach dem Sinn dieser Entscheidung gefragt wurde. Ja, ich glaube, dass es gut ist, wie immer es ist.
Allen Volunteers der Jesuit Mission, die ebenfalls weltweit im Einsatz sind, wünsche ich einen unbeirrbaren Glauben an das Gute und immer auch einen Moment der Rückbesinnung auf unsere freudige gemeinsame Zeit der Vorbereitung.
nach dem Regen, was tun?
Es gibt immer den Einen, der den Anderen trägt und den Anderen, der den Einen trägt. Dem sind in Dauer und Ausdehnung keine Grenzen gesetzt.
Es scheint, dass das Leben sich wie ein Pendel im ständigen Schwung zwischen Geben und Nehmen bewegt. Herausforderungen, denen wir nicht entgehen können, machen aus uns den Künstler, den Nörgler, den Angreifer, den Realist, den Idealist, den Eilenden, den Liebenden, den Zögerlichen, den Tröstenden, den Trostlosen; die Liste wäre endlos, wenn wir Vielfalt des Möglichen benennen wollten.
Ein harmonisches Gefüge von Geben und Nehmen ist das Werk eines ganzen Lebens: Moment für Moment, im Licht der Sonne achtsam, wohlwollend, gelassen, schöpferisch, im Dunkel des Schattens unruhig, reizbar, feindselig, abweisend, traurig. Es braucht viel unserer Lebenszeit, bis wir lernen, uns dem natürlichen Einklang von Geben und Nehmen hinzugeben.
Doch dann gibt es Momente, in denen uns im Wechselspiel von Geben und Nehmen ungeahnte Früchte in den Schoss fallen, ohne warum. Es sind Seinserfahrungen, voller Güte und Reinheit, die wahrgenommen werden wollen, um nicht im Verlorenen zu versinken. Sie schenken Kraft und Zuversicht, erfüllen mit Vergebung, machen uns zu ernsthaften, freundlichen, zufriedenen, wahren Menschen. Man kann sie die großen JA Erfahrungen nennen.
Uns allen wünsche ich solche Momente inneren Friedens, der uns offenen Herzens tragen lässt, was dem Verstand oft Untragbar erscheint.